Für eine durchdachte Linkmarketing-Strategie ist die strategische Auswahl der Linkziele eine der wichtigsten Entscheidungen. Viele Firmen neigen dazu, einfach auf ihre wichtigsten Produkte oder „Verkaufsseiten" zu verlinken. Dadurch wird oft nicht nur das Ziel verfehlt, sondern man läuft auch Gefahr, eine Abstrafung durch Google zu erhalten. Da mit der Auswahl der Linkziele der Erfolg oder Misserfolg einer Seite entschieden werden kann, werden wir in diesem Artikel im Detail auf die folgenden Punkte eingehen:

  • Grundsätzliche Gedanken zu Landingpage-Typen
  • Heranziehen verschiedener KPIs
  • Die Bedeutung des informationalen Bereichs

Landingpage-Typen

Startseite

Die Startseite ist eines der wichtigsten und natürlichsten Linkziele. Wenn Zeitungen oder Presseportale über Sie als Firma schreiben, wird in der Regel mit dem Markennamen auf die Startseite Ihres Webauftritts verlinkt. Um diese Natürlichkeit beim aktiven Linkbuilding zu übernehmen, sollten daher Startseitenlinks immer mit eingeplant werden. Zusätzlich ist die Startseite aber auch ein gutes Linkziel, um Linkpower auf Ihrem Webauftritt zu verteilen. Von der Startseite sind in der Regel die wichtigsten Kategorien und Produkte verlinkt. Da die Linkpower sich auch durch die interne Verlinkung auf weitere Seiten Ihres Webauftritts vererbt, stärken Sie indirekt diese wichtigen Seiten mit den Verlinkungen, die Sie auf die Startseite setzen.

Kategorien

Die Verlinkung von Kategorien ist besonders bei Shops sehr beliebt. Auf diesem Seitentyp sind oft die stärksten Keywords optimiert, für die Sie am liebsten ranken möchten. Aber gerade bei Online-Shops sollte man es hier nicht übertreiben, da diese transaktionalen Landingpages oft sehr auffällig sind. Fast keine externe Seite würde diesen Landingpage-Typ auf normalem Wege verlinken, da diese Art von Zielseite für Sie zwar wichtig ist, für die Leser allerdings wenig Inhalte bietet. Jeder Konkurrent oder auch Google kann mit wenigen Blicken erkennen, dass dies ein aktiv gesetzter Link ist und somit gegen die Google-Richtlinien verstößt. Daher sollte man bei reinen „Produktübersichten" das Linkbuilding nicht übertreiben und sehr vorsichtig vorgehen. Hier sollten im Vorfeld gute Inhalte geschaffen werden, die eine Verlinkung auf so eine Seite rechtfertigen können.

Hub-Seiten (Verteiler-Seiten)

Diese Seiten spielen besonders bei größeren Websites eine wichtige Rolle, da ihr tieferer Sinn darin besteht, die Linkpower durch die interne Verlinkung in bestimmte Bereiche der Website zu lenken. Dazu werden Hub-Seiten für bestimmte Themen angelegt, was bei einem Mode-Shop etwas wie „Frühlingsmode", „Sommermode" oder „Partyoutfits" sein könnte. Im Grunde sind es Themengebiete, auf denen Suchvolumen ist, die aber in der eigentlichen Navigation nicht zu finden sind. Diese Seiten verlinken intern auf wichtige Landingpages oder Produkte, wodurch Sie die Linkpower, die Sie durch externe Verlinkungen einsammeln, sehr gut verteilen. Besonders wenn Sie viele verschiedene Kategorien oder Produkte stärken möchten und Sie nicht genug Budget haben, um alle diese Seiten zu verlinken, ist eine solche „Verteiler-Seite" ein sehr gutes Linkziel.

Informationale Linkziele

Unter informationalen Seiten verstehen wir Seiten des Blogs, Ratgebers oder Magazins – eben Seiten, die keine direkte Verkaufsintention haben. Beziehen Sie diese Seiten in Ihre Linkbuilding-Strategie mit ein, sind dies die natürlichsten Links, die Sie aufbauen können. Ein Link auf einen Ratgeber oder einen Magazinartikel ist ein sehr natürlicher Link, da man leicht nachvollziehen kann, warum dieser Link von dem externen Webmaster gesetzt worden ist – er bietet dem Leser einen Mehrwert. Daher werden informationale Linkziele nur selten von Google angezweifelt. Natürlich haben Verlinkungen in den informationalen Bereich den Nachteil, dass Sie mit dem Ratgeber nicht ranken möchten und hier meistens auch keine Kaufabsicht herrscht. Allerdings können Sie durch eine gute interne Verlinkung die Linkpower dorthin weiterleiten, wohin Sie diese haben möchten.

Relevante KPIs bei der Auswahl der Linkziele

Bei knappem Budget und einer großen Produktpalette fällt es Firmen oft schwer, sich für die richtigen Linkziele zu entscheiden. Wir werden ein paar Kennzahlen nennen, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen können:

  1. Umsatz

    Gerade beim Start des Linkbuildings sollte der Fokus auf die Bereiche gesetzt werden, die bisher die meisten Einnahmen bringen und wo sich somit die Kosten am schnellsten refinanzieren. Daher sollte bei der Planung der Linkmarketing-Strategie zuerst genau evaluiert werden, welche Bereiche oder Produkte am besten konvertieren und wo die durchschnittlichen Warenkörbe am höchsten sind.

  2. Konkurrenz

    Besonders kleinere Websites machen oft den Fehler, auf Keywords zu setzen, die hart umkämpft sind. Tools wie der Keyword Planner oder Keywordtool.io geben gute Hinweise über Suchvolumen und Konkurrenz. Versuchen Sie gerade zu Beginn der Linkmarketing-Strategie nicht nur auf die größten Landingpages mit den höchsten Suchvolumen zu setzen, sondern verlinken Sie auch Landingpages, die etwas spezifischer sind und wo Sie somit die Chance haben, schneller eine Position auf Seite 1 bei Google zu erreichen.

    Keyword Suchvolumen Konkurrenz (100 = max)
    4k Fernseher 135.000 100
    4k Fernseher 55 Zoll 4.440 89

    Besonders für schwächere Shops, die noch nicht so stark aufgestellt sind, macht es für den Anfang Sinn, auf das etwas spezifischere Keyword zu setzen.

  3. Schwellenkeywords

    Mit diesem Begriff werden Keywords beschrieben, die kurz vor dem Sprung in den traffic-relevanten Bereich, also Seite eins bei Google, stehen. Möchte man schnelle Erfolge erzielen, macht es Sinn, sich zunächst in der Google Search Console oder einem anderen Monitoring-Tool die aktuellen Rankings zu betrachten. Suchen Sie dazu nach folgenden Keywords:

    • Ranking zwischen 11–30
    • Keyword sollte umsatzrelevant sein
    • Keyword sollte relevanten Traffic haben

    Diesen Keywords sollten Sie allen anderen vorziehen, da Sie hier schnelle Erfolge erzielen können. Wählen Sie also Landingpages aus, auf denen genau diese Keywords optimiert sind bzw. die Landingpages, die für diese Keywords bereits ranken.

  4. Suchvolumen

    Zwar ist Suchvolumen, wie in Punkt 2 beschrieben, nicht immer die wichtigste Kennzahl, bei bereits etablierten Internetportalen aber oft hoch relevant. Hat eine Website bereits eine gewisse Autorität und bereits viele gute Rankings erreicht, sollten auch starke und hart umkämpfte Keywords als Linkziele aufgenommen werden. Denn nun ist die Website stark genug, um auch bei kompetitiven Keywords zu bestehen.

Bedeutung informationaler Linkziele

Wie bei der Definition der Landingpage-Typen angedeutet, kommt dem informationalen Bereich langfristig eine zentrale Rolle in der Linkbuilding-Strategie zu. Betreibt man langfristig aktives Linkbuilding und stärkt dabei immer dieselben Seiten, so entsteht eine unnatürliche Verteilung der eingehenden Links. Ihre Website weist dann sogenannte Linkspitzen auf, die auch gerne als „Fingerprint" bezeichnet werden. Ein solches Linkprofil ist auffällig und unnatürlich, und man läuft Gefahr, bei Google „auf den Radar" zu kommen, was im schlimmsten Fall zu einer Abstrafung führen kann. Um dies zu umgehen, gleichzeitig aber die wichtigsten Seiten zu stärken, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Wählen Sie eine transaktionale Landingpage aus, die Sie gerne weiter stärken möchten, die aber schon sehr viele Links hat. Weiteres aktives Linkbuilding wäre hier eventuell kritisch.

  2. Passend zum Thema der gewählten Landingpage schaffen Sie 3–4 informationale Ratgeber-Artikel, die für den Leser interessant sind und die ein gutes Linkziel darstellen.

  3. In jedem dieser Ratgeber-Artikel bauen Sie einen internen Link ein, der zu Ihrer transaktionalen Landingpage zeigt.

  4. Wenn Sie nun Linkbuilding für die 3–4 Ratgeber betreiben, wird die Linkpower durch die interne Verlinkung auf die transaktionale Landingpage weitergeleitet, die Sie eigentlich stärken möchten.

Dies hat nun mehrere Vorteile:

  • Sie können die transaktionale Seite stärken, ohne einen Fingerprint zu erzeugen
  • Sie haben sehr natürliche Linkziele
  • Sie bauen gegenüber Google Autorität auf, da Sie das Thema durch die Ratgeber-Artikel umfänglich behandeln
  • Auch für Publisher, die keine transaktionalen Seiten verlinken möchten, haben Sie nun passende Linkziele

Fazit

Um nachhaltiges Linkbuilding zu betreiben, ohne bei Google auf den Radar zu kommen, sollten Sie die Linkziele breit streuen. Verlinken Sie nicht nur ein oder zwei Seiten, sondern verteilen Sie die Links über die gesamte Website. Verlinken Sie dabei verschiedene Seitentypen wie:

  • Startseite
  • Kategorien
  • Hub-Seiten
  • Ratgeber-Artikel

Wenn Sie regelmäßig die Linkziele wechseln und insgesamt breit streuen, die Linkpower durch die interne Verlinkung dorthin schicken, wo Sie diese haben möchten, wird diese Strategie Sie langfristig zum Erfolg führen!